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Wulff Aengevelts Sessionsgedicht 2013/2014 – „Düsseldorf mäkt sich fein“

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News

Düsseldorf mäkt sich fein

 

Auch unterm Jahr ist`s angesagt
der Narr als Jubler sehr gefragt.
Wenn die Feierstund` wird eingeläutet
der Narr mit neuem Putz sich häutet:
Und steht Geburtstag auf dem Plan,
da muss der Jeck ganz vorne ran:
Im Feiern geht noch immer mehr
da bleibt dann auch kein Wirtshaus leer:
Wir singen, lachen und wir schunkeln,
das ist doch besser als zu unken.
Den Kölner Bischof ging`s zu schlagen,
zu Fuß, mit Pferd und schwerem Wagen,
der wollt` dem Grafen Berg bestreiten
durch Düsselauen frei zu reiten.
Bei Worringen wurd` blutig dann die Kling` geschwungen
des Bischofs Truppen niedergerungen,
Schloss Burg hielt ihn bereits gefangen
als Düsseldorfer froh den Sieg besangen
und Adolf Graf von Berg
macht Stadt aus uns, dem Rheinland-Zwerg.
Zwar hielt der Bischof Neuss noch fest,
doch die uns Freund gibt Köln den Rest:
Mit Neuss, dem Freund, ist`s wunderbar
zu feiern unsere 725 Jubeljahr!

Und wie schmückt sich die Stadt denn heut`?
Das wissen ihre Werbeleut`:
Die machen gleich den Denktank auf
und schon geht los der Narren Lauf.
Wie soll sich Düsseldorf denn schmücken?
Mit Rheinturm und den schönen Brücken?
Nee, das Logo, das hat ausgedient
sagt der Werber und weiß, wo er sich sonst bedient.
Bei Lambätes und dem Fürst Jan Wellem?
Nee, nee viel zu bieder für den Werbeschelm.
Da greift der Werber geschickt zum Trick
den Doppelpunkt mit D hat er im Click.
Das Logo ist bewährt bei manchen Kunden,
das passt und muss jetzt auch der Stadt noch munden!
Als völlig neu wird`s der verkauft,
der Zahnarzt sich die Haare rauft,
er hat das Logo doch schon lange,
verkauft d`raufhin so manche Spange.
Für`s Plagiieren soll`s dann auch noch Geld und Beifall geben?
Nee, Ihr Leut`, dafür müsst Ihr Euch schämen!
Wer abschreibt und gibt damit an,
der ist so mies wie Gutti und Schavan!
Mit Doppelpunkt und großem D
wirbt Düsseldorf jetzt mit Effé
und will erneut der Südstadt zeigen,
dass nördlich spielen die Himmelsgeigen.
Was den Kölner ist ihr schöner Dom
der Petersdom im bunten Rom,
das ist der Doppelpunkt ganz keck
dem gut gelaunten Düsseljeck.
Gefragt, was der doppelte Punkt bedeuten soll,
heißt die Antwort sehr bedeutungsvoll,
der steht für Lächeln und Vielseitigkeit
oh Leut` , da tut dem Jeck Ihr wirklich leid:
Wer soll denn wissen, was Ihr Euch dabei ausgedacht
hier wird seit Worringen längst ohne Punkt gelacht!
Auch in China, Japan und Peru
lächelt man uns freundlich punktlos zu,
doch dass man`s Logo einfach nur kopiert,
das ist auch dort noch nie passiert.
Nun leben wir mit Doppelpunkt vor D
den alten Logos sagt der Narr adé:
Ein Jeder mach` sich seinen Reim
auf Düsseldorf, das mäkt sich fein!

Dem Jeck, dem graust vor Karneval,
denn teuer wird es dieses Mal:
Jede Pappnas muss dann 25 Euro zahlen,
läuft sie ohne CC-Ausweis im Zug mit auf Sandalen.
Da tränt das Auge, es läuft die Nase,
da schnappt sie zu, die Finanzierungsblase.
Jetzt nimmt man Eintritt fürs Paradieren,
wenn Alle schunkeln, um nicht zu frieren?
Oh Jungs, Ihr macht Euch lächerlich,
ich bin der Meinung, dat jehört sich nich.
Natürlich werden die Beiträg` knapper
und dadurch auch die Kassen schlapper,
doch kann nicht Jeder Mitglied sein
in Eurem so erlauchten CC-Verein.
Die Jecken haben doch nicht das Geld,
das falsch regieret unsere Welt.
Lasst uns im Zoch umsonst doch singen
und erfreu`n die Welt mit Liederklingen!
Was heut` noch „billig“ wird morgen teuer,
so ist sie doch, die Lebensleier!
Das Geld gehört nicht in Eure Kasse,
sondern der Narrenfreud` der Altstadtstraße.
Drum hört mir zu und prägt Euch ein:
Nur so mäkt Düsseldorf sich narrenfein!

Und zieht der Jeck dann auf die Kö
bei Sonnenschein oder schwerer Bö,
dann muss er seinen Augen trau`n,
denn viel Neues gibt es da zu schau`n:
Wo einst noch Bahn und Busse fuhren,
gibt es jetzt ganz andere Spuren:
Der Libeskind schuf uns den Bogen
mit Fassaden elegant in kühnen Wogen.
Der Tausendfüßler ist gefallen
darob einst Manche Fäuste ballen,
der Verkehr rollt jetzt im Tunnel weiter
und Weniger ist Mehr, das ist gescheiter
für den zweiten Abschnitt vor dem Schauspielhaus
Jungs, dafür gehört Euch jetzt Applaus.
Strengt Euch weiter an mit Städtebau
Und lasst es Krachen mit Helau,
denn nur so mäkt Düsseldorf sich fein
als schmuckste Stadt am schönen Rhein.

Wir wollen nicht beliebig werden,
zu schön ist unser Fleckchen Erden,
das zur Heimat wir erkoren
egal ob anderswo oder hier geboren.
Der Karneval hält uns zusammen
mit Kind und Weib und allen Mannen.
Die Kö, sie glänzt im neuen Chic
vor Neid getrübt der Anderen Blick.
Bei uns wird pünktlich nur gebaut,
nirgends sonst hat das so hingehaut:
Ob Stuttgart, Hamburg und Berlin,
da steckt der Kostenfilz mit drin:
Die machen Schulden und sind schlecht
und behaupten später das sei nur Pech!
Das zu hören, das macht Pein
kommt her nach Düsseldorf, das mäkt sich fein.

Das geht auch ohne Schuldenberg,
das zeigt Euch Düsseldorf, der einst`ge Zwerg,
doch mittlerweil` schon 725 Lenze
von Oma, Opa bis zu Penze.
Drum gilt: Man kann viel Lernen hier am Rhein
Von Düsseldorf, das mäkt sich fein!

Feuerwehr und Stadtsparkasse
Altstadtpflaster und Bierterrasse
dies hat die Narren aufgeregt,
doch nehmt das alles sehr gelassen
es gibt doch Schöneres und lasst verblassen,
was manchmal ist nicht gut gelungen
oder wo zum Besseren wird noch gerungen.
Welch` anderer Flecken ist denn so schön
von Usedom bis südlich Rhön?
Man kann das Leben hier genießen
ohne dass die Wolkenkratzer sprießen.
An diesem Wettbewerb nehmen wir nicht teil
was soll`s, den finden Andere nur supergeil.
Bei uns geht`s noch gemütlich zu
hier trinkt man Alt in aller Ruh`.

Wenn Heinrich Heine heut` käm` hier vorbei,
dann klopft` sein Herz wie bei der Lorely.
Von Bolkerstraß` zum Schadowplatz würd` er dann laufen,
im Haus der Uni gern verschnaufen,
danach würd` er ins Kommödchen gehen
und satirisch kommentier’n das Weltgeschehen.
Den Depardieu, den kennt er aus Pariser Tagen,
dem würd` als Freund er heiter sagen,
des Steuerzahlens musst nach Russland Du nicht fliehen,
sondern hier zum Rhein nach Düsseldorf ziehen.
Auch hier geh`n Dir manch` Kröten flöten,
doch mit Verstand und Herz wird`s überböten:
Sing` mit und tanz` im Karneval
trink` Alt nur frisch und niemals schal,
lass` Dich bei wahren Freunden nieder
und schau den Mädels mal auf’s Mieder,
doch sei gewarnt – geh nicht zu weit
das hat schon Brüderle gereut,
allzu locker in der Bar zu reden,
das nutzt gar Niemand doch schadet Beden.
Gérard lass Dir von Henri sagen,
Düsseldorf ist für alle Knaben,
der richt`ge Platz, um aufzublühen
und zu vergessen des Tages Mühen.
Und willst Du Frankreich wiedersehen,
dann ist’s von hier aus schnell geschehen.
Drum zieh` zu uns hier an den Rhein
nach Düsseldorf, das mäkt sich fein,
hier kannst Du feiern bis es kracht,
weil Jedem hier die Sonn` nur lacht!

Helau!

wulff-aengevelt