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Wulff Aengevelts Sessionsgedicht 2014/2015 – “Traumhaft jeck”

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Traumhaft Jeck

 

Karneval im Sommer ?
Die Stadt der Mode und der Kunst
steigt hoch empor aus Narrendunst,
denn, wer denn sonst als wir am Rhein
redet über Karneval im Sommerschein?
Da zerbrechen Jecke sich das Hirn
Helau im sunshine statt im Firn
soll`n schwitzen wir beim Paradieren
und bei gleißender Sonn` die Kö flanieren.
Ja habt Ihr den Verstand verloren
wo ward denn solcher Quatsch geboren?
Im Sommer lasst die Schützen ran,
die fahr`n dann Kirmesachterbahn,
die lassen es dann richtig knacken,
eh sie Fahnen und Uniformen packen.
In Oberkassel geht’s dann rund
so wie auf der Münchner Wiesn bunt.
Und auf der Kö und auch am Rhein
gibt`s Bücherbummel mit Schalmei`n.
Sitzungen im Sommer – open air?
Nee, nee das ist Helau ganz ohne Flair!
Drum Narren lasst den Hoppeditz im Sommer ruh`n
und erst am 11.11. seinen Auftakt tun.
Er redet dann was hier geschah
und beschwingt damit die Jeckenschar
und so geht`s dann bis Aschermittwoch weiter
egal ob kalt – wir Narren bleiben trotzdem heiter
und schunkeln uns den Frust hinweg
im Winter sind wir traumhaft jeck!

 

Pfingstmontag war Sturm-Ela -Tag,
mit Schrecken der Narr sich erinnern mag!
Das Orkantief brauste blitzschnell ran
und verwüstete alles in seiner Bahn:
45.000 Bäume sind zerstört
da zittert der Bürger wutempört,
dass schutzlos wir mit anseh`n müssen
wie Bäum` und Dächer abgerissen.
Die Ohnmacht gegen solch` Naturgewalten
lässt klein uns werden und die Hände falten:

 

Oh Herr verschon` uns fürderhin
wir bitten Dich mit klarem Sinn
wie grausam die Natur zerstört,
das ist nicht, was das Herz begehrt.
Wir wollen unsere Gärten pflegen
und Wald und Flur bestmöglich hegen.
Wir preisen Natur als eines Deiner größten Werke
und respektieren Deine immense Stärke:
Halt` fern Tornados und Orkane,
dafür schwören Dankeseid wir auf die Fahne.
Wir anerkennen Deine Majestät,
doch erspar` uns schweres Räumgerät.
Zerstörtes Grün – das ist kein Gag,
das schnürt den Hals statt traumhaft jeck.

 

Im Sommer gab` s den vierten Stern,
das sieht der Narr von Herzen gern
wie Jogis Jungs das Leder wuchten
und sich dabei zum Meister schuften.
Das war mit Freude anzuseh`n
Jungs so könnt` es ewig weitergeh`n!
Wir Lederfreaks sind nicht verwöhnt,
denn bei Fortuna wird gestöhnt.
Nicht immer sind die hier so schnell
gar manch` Blamage bittertrüb statt hell:
Der Toni Turek hat`s Euch doch vorgemacht
wie nach dem Spiel die Sonne lacht:
Nur mit Mut und Kampf und Kraft und Stil
gewinnt Fortuna auch das Aufstiegsspiel.
Doch Alibi und wenig Lust
beschert dem Fan nur großen Frust.
Drum nehmt dem Gegner drei Punkte weg,
dann kickt ganz Düsseldorf traumhaft jeck!

 

Auch rund um`s Rathaus passierte viel
da waren Narren mit im Spiel.
Erst fiel der lange Meister auf den Boden prall
als spielte er den Tennisball.
Na Meister, dass musst Du doch wissen,
das Rathauspflaster ist kein Sofakissen,
da rutscht gar Mancher gern mal aus
und kriegt dafür auch kein` Applaus.
So kam es wie es kommen musste
für`s OB-Finale fehlt` dem Dirk die nöt`ge Puste.
Die Narrenzunft wählt` ihn vom Thron
und bestellt den Thomas-Marathon
zum Chef der neuen Rathausriege
und Dirk war auf der Hinterstiege.
„Das Volk ein schwankend Rohr“ sagt schon der große Schiller,
doch Fehlersummen sind der Killer,
wenn man nicht hört auf Volkes Mund,
dann kommt sie schnell, die letzte Stund`.
Nur so funktioniert die Herrschaftsregel
egal wie hoch der Altbierpegel.

 

Die Herrschaft muss uns Allen dienen
und fleißig sein wie Honigbienen.
Am Boden bleiben ist angesagt,
so dass kein Narr sich d`rob beklagt.
Ihr da oben nascht an Töpfen voll des Speck’
und glaubt, das sei noch traumhaft jeck?
Doch lasst Euch sagen: Das Volk hat gut Gespür
und keine Lust auf Selbstbedienungsgier.
Wenn die da oben aus der Spur geraten,
dann riecht doch jeder Jeck den Braten.

 

Ob Bischof Tebartz gibt den Protzer
oder Alice Schwarzer den Steuerschmarotzer,
wenn Hoeness spielt den Macho-Zocker,
dann wirft das Jeden schnell vom Hocker.
Wer beim Rechnungsschreiben legt den Aldi ` rein,
der sieht im Knast für lang kein` Sonnenschein.
Drum bleibt die alte Weisheit steh`n:
Es muss auch mit viel Weniger geh`n!

 

Mal Hand auf`s Herz
und ohne Scherz:
Wenn Behumpsen würd´ sich doch noch lohnen
egal ob business oder auf den Thronen,
dann wär es aus mit dieser Welt,
weil das uns Narren nicht gefällt.
Wer Glanz vermisst in seiner schnöden Welt,
dem geben güldne Orden wir statt Geld.
Und kommst Du mit dem Düsselorden
nach Kölle oder auch gen Norden,
dann zeigen Dir die Leut` den Speck,
der wirklich macht uns traumhaft jeck:
Es ist das Singen und das Schunkeln,
das Tanzen und das Ordenfunkeln,
es ist der Spott auf alle Schwächen,
die sich im Karneval so trefflich rächen:

 

Drum Oben, Unten, Mittendrin:
Mit Humor trefft ihr des Lebens Sinn!
Nur so spürt ihr den Lebenszweck:
Nicht Raffke, sondern – traumhaft jeck!

 

Wulff Aengevelt

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