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Wulff Aengevelts Sessionsgedicht 2012/2013 – „Och dat noch“

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News

Was so im Düssel-Dorf passiert,
erlebt sich nirgendwo so ungeniert:
Der Landtag wird nach Haus‘ geschickt,
weil die Regierung keine Mehrheit kriegt,
denn hohe Schulden, rote Zahlen,
bereiten Narren große Qualen.
Schnell wird dann wieder neu gewählt,
doch als man dann die Stimmen zählt,
da gibt es Senge für den Kandidaten,
der Wähler roch den faulen Braten.
Wer hier nur bleibt, wer Sieger ist,
den wirft der Wähler auf den Mist.
Wer hier die Zukunft will gestalten,
muss auch harte Bänk‘ aushalten,
gleich ob in Berlin die Polster weich
und ob man dort wird schneller reich,
der hat verdient die Doppelklatsche,
dem hilft auch Angie nicht aus der Patsche.
Dem weist auch sie sofort die Tür, nee, Meister Röttgen,
das war nun wirklich keine Zier,
genieß‘ statt Umwelt Rentnerbier!
Und stimm‘ mit uns „Och dat noch“ an,
nur so bist Du ein richt‘ger Mann.
Aus Schrot und Korn und voller Mumm,
nur wer aus Fehlern lernt,
handelt klug, statt stur und dumm!
Seit 80 Jahren zählen sie zu unserer Zier,
die Düsseldorfer Jonges und ihr Dienstagbier.
Doch wenn`s stimmt,
dass Fisch‘ vom Kopf her stinken,
dann müssen wir mit roter Karte winken.
Statt Brauchtum und Eintracht weiter hoch zu pfl egen,
gerieten Baas und Vorstand ab von richt‘gen Wegen.
Erst gab es Zoff hinter verschlossenen Türen,
doch bald war sehr viel mehr zu spüren.
Die handeln nicht, die sind gespalten,
der Baas und seine Vorstandsgestalten.
So traten ab sie von der Bühne,
doch wer sollt`s denn sein, der nächste Kühne,
der die Zügel nimmt in feste Hand
und lenkt den Jonges-Wagen über Land?
Auch da gab´s wieder deftig Streit,
oh Narren-Jonges ihr tut uns leid.
Hat Euch die Missgunst so verblendet,
dass Zeit Ihr mit dem Streit verschwendet?
Wer ist der eitelste am schönen Rhein?
Nee Jonges, das ist nicht lustig, das macht nur Pein!
Wir Jecken machen‘s deutlich besser,
wir trinken schneller leer die Fässer.
Statt einen haben wir gar viele Präsidenten
und leisten uns manch‘ Fisimatenten.
Drum Jonges merkt:
Querelen steh‘n Euch nicht zu Gesicht,
wie Ihr landen die nur bei Gericht!
Hört mit Eurem Unsinn auf,
sonst nimmt die Sach‘ noch schlechteren Lauf!
Und reiht Euch ein in unseren Zoch,
denn wir haben das echte „Och dat noch“!
Sonst könnt‘ Ihr von der Backe schminken,
die Jeckenbühne zum frohen Winken!
Drum stoppt Intriganten im Vorstand nun,
habt Ihr nicht Wichtigeres zu tun?
Das ist zum wahren Abgewöhnen,
die Warnsignal‘ zum Himmel dröhnen:
Was in Generationen aufgebaut,
gehört gepflegt statt abgebaut!
Drum neuer Vorstand: Setz‘ auf Vertrauen,
statt Jongeszukunft abzutauen!
Wie stemmen wir denn den Verkehr?
Auch die Frag‘ ist wichtig, die Antwort schwer!
Die einen zieht es in die Luft,
die anderen wollen in die Gruft.
Die Red‘ ist hier vom Tausendfüßler,
trefflich‘ Streit für Spießer und Genießer.
Die einen wollen ihn als Denkmal halten,
die anderen sehen ihn das Stadtbild spalten.
Abriss und runter in den Tunnel
und oben ungenierter Bummel.
Der Kö-Bogen als neues Gelenk,
für alle Bürger das Geschenk!
Kurz nach der Wahl kam schnell die Wende:
Beschlossen wurd‘ das Hochstraß‘-Ende:
„Es wird so schön wie längst am Rhein –
wir buddeln weiter, so wird‘s dann sein“
Bald fahr‘n wir unten, flanieren oben,
und ob wir tadeln oder loben.
So ist er halt, der Düssellauf,
den hält kein Narr, kein Jeck mehr auf!
Dreischeibenhaus und auch Du Bogen
nun strahlt mal schön nach hohen Wogen,
putzt euch heraus wie Narren tun,
und mehret unseres Städtchens Ruhm.
Der Dom, der bleibt der Kölschen Zier,
wir bauen hier das Kö-Quartier.
Wir genießen‘s dann mit breiter Brust,
das bringt uns Lust statt tristen Frust!
Und kriecht der U-Dax aus dem Loch,
dann fragt der Jeck: „Och dat noch“?
Was willst Du hier Du Buddel-Tier ?
Mach‘ fertig unser Kö-Quartier!
Der Narr hat Flecken an der Birn‘,
denkt er nur an den Euro-Schirm.
Wer sonst noch muss gerettet werden,
vor Schuldentürmen auf Europas Erden?
ESM und IWF, Krisengipfel, EZB,
da schrumpft der Narren Portemonnaie.
Aus Milliarden werden schnell Billionen,
ja wollen die denn Jeck‘ und Narren klonen?
Ihr „Großen“ dieser schönen Welt:
Hört auf, das ist nicht Euer, das ist unser Geld!
Wisst Ihr denn wie wir Jecke schwitzen,
bis wir auf ein paar Euro sitzen,
um dann im Karneval zu feiern,
statt wie ihr nur blind herumzueiern?
Und Karlsruh‘ zieht dann einen Strich.
Ihr Narren da, die Rechnung geht auch ohne mich:
Wer mit dem Geld nicht umgeh‘n kann,
muss schleunigst weg vom Zapfeshahn!
Wer lieber in der Matte hängt,
bekommt doch nirgendwo geschenkt!
Glaubt ihr denn wirklich noch an Wunder?
So macht den Euro ihr zu Plunder!
Lasst jetzt uns Jecke an den Lenker,
denn klar sind wir die besseren Denker.
Denn unsere Welt ist nicht von Geld,
wir bücken uns, wenn die Kamelle fällt,
wir singen, tanzen und wir bützen
und brauchen keinen ESM zum schützen.
Wir wissen: Sparen kommt vor Ausgeben
und ohne Fleiß kein frohes Leben!
Drum haltet stets den Euro hoch
statt Krisentief und „Och dat noch“!
Im Frühlings-Mai war‘s dann soweit.
Nach 15 Jahren ist die Zeit,
dass Fortuna oben Tore macht
und Allen froh das Herze lacht.
Die Zeit war lang, der Weg war weit,
doch Fortuna hat die richt‘gen Leut‘.
Der „Lumpi“ steigt gleich dreimal auf.
Chapeau min Jong, Du hast den Lauf!
Kein Weg zu weit, kein Ball zu hoch,
du findest immer noch das Loch,
um das geliebte Leder‚ reinzumachen,
in des Gegners weiße Maschen.
So bist Du Vorbild für uns all‘,
Du Meister mit dem runden Ball.
Bengalo brauchst Du nicht zur Feier,
sagen DFB und Trainer Meier.
Doch dass die Fans vor Abpfiff kamen,
um Euch zu Herzen, sprengt den Rahmen
und Rasen klauen, das ist prekär,
nee Freunde, das geht zu weit, das geht nie mehr.
Der „Elfer“ fehlt – da klafft ein Loch,
der Schieri jammert „Och dat noch“!
Doch pfeift gleichwohl das Spiel er an,
der Mann hat Courage, doch was kam dann?
wenn er als Baby vom Bunker spricht.
Herthas Juristen phantasieren,
so dass sich die Balken biegen,
Todesangst statt sportlich siegen?
Doch die Gerichte sind sehr klug
und geben beiden vor den Bug.
Hertha runter in Liga Zwei,
Fortuna rauf, mit zweimal ‚halbe‘ Fans dabei.
Fortuna, jetzt lass` es torreich krachen
und hör nicht auf, uns Freud` zu machen!
Und die Toten Hosen skandieren:
„F 95 kann einfach nicht verlieren“!
„An Tagen wie diesen kein Ende in Sicht“ ?
Fortuna heißt Glück – es verlässt Euch nicht.
So kickt Ihr weiter furchtlos hoch,
dass punktlose Gegner stöhnen –
„Och dat noch!“

wulff-aengevelt